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Messe auf dem Killesberg

1950-2008

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Foto: Horst Rudel
Exotisches auf der CMT 1991

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Nach 58 Jahren ist am 3. Juli 2008 die Messeära auf dem Killesberg zu Ende gegangen. An diesem Tag verließen die rund 250 Beschäftigten der Landesmesse Stuttgart (LMS) den Kochenhof in Richtung Filder.

Von Thomas Braun

Der von der Stuttgarter Zeitung präsentierte Musicalworkshop, bei dem sich 360 Hauptschüler unter Anleitung angehender Showprofis aus den USA drei Tage lang auf eine Aufführung vorbereiten, ist die letzte Veranstaltung auf dem Killesberg, bevor der Messestandort endgültig Geschichte ist. Und damit auch die zahlreichen Ausstellungen und Rock- und Popkonzerte mit dem entsprechenden Besucherandrang, der in den vergangenen Jahrzehnten bei den Anliegern des Areals nicht immer nur Freude aufkommen ließ.

Offiziell begonnen hat alles mit der ersten Bundesgartenschau 1950. Bereits 1939 war das Areal am Rand der Feuerbacher Heide für die Reichsgartenschau vorgesehen gewesen. Der Zweite Weltkrieg setzte den begonnenen Bauarbeiten dann aber ein abruptes Ende. Die damals errichteten Hallen freilich bildeten den Grundstein für die heutige Killesbergmesse. Zu Beginn der 50er Jahre betrieb der damalige Stuttgarter Oberbürgermeister Arnulf Klett den Ausbau des Ausstellungsgeländes, erste kleinere Messen fanden statt. In den sechziger Jahren setzte ein regelrechter Boom im Messegeschäft ein. Nationale und internationale Fachveranstaltungen waren beim Publikum wie bei Ausstellern beliebt und gefragt.

Deutsche Funkausstellung zog 700.000 Besucher an

Die Heizungsfachmesse Intherm und die „R“ (die Messe für Rollladen, Sonnenschutz und Tore) machten den Auftakt, 1968 ging dann erstmals die jährliche Urlaubsmesse Caravan, Motor und Touristik (CMT) über die Bühne, die wesentlich mit zum Bekanntheitsgrad des Messestandorts Stuttgart beigetragen hat. Nicht zu vergessen auch die Deutsche Funkausstellung, ein Vorläufer der Internationalen Funkausstellung: Sie zog 1969 die für damalige Verhältnisse unfassbare Zahl von 700.000 Besuchern auf den Killesberg.

Aber auch Kirchentage, Handball-Länderspiele, WM-Boxkämpfe und Friseurwettbewerbe zogen das Publikum in Scharen an, ganz zu schweigen von den Auftritten bekannter Pop- und Rockstars. So wurden 1958 nach dem Konzert von Bill Haley 59 zertrümmerte Stühle gezählt, mit denen etliche seiner 6000 verzückten Fans um sich geworfen hatten. Und im September 1970 gaben sich gar die Rolling Stones in der Messehalle 6 die Ehre – für umgerechnet knapp zehn Euro konnten 10.000 Konzer­tbesucher Mick Jagger und Co. live erleben.

Anwohner gingen auf die Barrikaden

Doch die Anziehungskraft des Messegeländes hatte für die Anwohner auch ihre Schattenseiten: Lärm, Verkehr und verstopfte Seitenstraßen trieben die Bürger auf die Barrikaden. Sie schlossen sich im Bürgerverein Killesberg zusammen und demonstrierten gar für eine Verlegung des Messestandorts. Die Stadt arrangierte sich schließlich mit den Protestlern: Die Ausstellungsfläche wurde auf 50.000 Quadratmeter begrenzt, in den umliegenden Wohngebieten wurde das Anwohnerparken eingeführt.

Mit dem Umzug auf die Filder endete für die Nachbarn eine Leidenszeit, für die Betreibergese­llschaft LMS dagegen begann definitiv eine neue Zeitrechnung. Nach der Eröffnung der mindestens 806 Millionen Euro teuren Ausstellungswelt beim Flughafen 2007 zog im Juli 2008 auch die Verwaltung inklusive der beiden Messe-Geschäftsführer Ulrich Kromer und Roland Bleinroth übers Wochenende nach Leinfelden-Echterdingen um – auch wenn man sich offiziell eine Stuttgarter Postanschrift gesichert hat. Eine Woche später verließ auch die Veranstaltungsge­sellschaft „In Stuttgart“ den Killesberg und bezog ihr neues Domizil neben der Wasenwache in Bad Cannstatt.


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