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Als Stuttgart in Trümmern versank

1944

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Bild 11 des Zeitzeugenberichts DER STUTTGARTER WESTEN IM KRIEGSJAHR 1944

Die Ruine der Bäckerei Wilhelm Wagner nach dem 12. September 1944

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Vor 70 Jahren fand der schlimmste Luftangriff auf Stuttgart während des Zweiten Weltkriegs statt. Im Westen, dem am stärksten betroffenen Stadtteil, beschloss eine Familie zu bleiben und besiegelte damit ihr Schicksal. Eine Multimedia-Reportage

Von Violetta Hagen

Es ist 1.20 Uhr, die Stadt schläft, als der Fliegeralarm sich erhebt und durch den dunklen Talkessel heult. Kurze Zeit später setzt das dröhnende Wummern der Flugabwehrkanonen (Flak) ein. Es ist die Nacht auf den 25. Juli 1944 und Stuttgart liegt ganz im Dunkeln. Keine Straßenlaterne, kein erleuchtetes Fenster soll den nächtlichen Angreifern die genaue Lage des Zentrums verraten.

Anna Wagner, die mit ihrem Mann Wilhelm Wagner im Stuttgarter Westen nahe der Russischen Kirche eine Bäckerei betreibt, flüchtet sich in den Keller ihres Wohnhauses. Über Drahtfunk erfahren die dort Ausharrenden, dass ihre größten Befürchtungen wahr geworden sind. Stuttgart steht die schlimmste Serie von Luftangriffen seit Beginn des Krieges bevor.

Anna Wagner schildert die Gefühlslage im Keller unter der Bäckerei in einem Brief an ihre Verwandten: „Herr Gott im Himmel, ein Großangriff auf unsere Stadt. Alle sehen einander an, kein Ton kommt über die Lippen, die Männer setzen die Stahlhelme auf, Gasmasken, Tücher, Kerzen, Streichhölzer in der Hand stehen wir da. Die Flak schießt, was die Rohre hergeben. Wir liegen alle auf der Erde, Herr Gott, erbarme dich, mach es gnädig und kurz. Dein Wille geschehe. Nun Krach auf Krach, die Erde zittert, Schlag auf Schlag. Dazwischen der Krach der zusammenstürzenden Häuser, man meint immer, es sei das eigene. An der Kellertüre rüttelt der Sturm, man meint, sie kommt herein.“

Was niemand in der Bäckerei in der Traubenstraße 1 ahnt: Es soll erst der Auftakt einer tagelangen Angriffsserie sein, die das alte Stuttgart unwiderruflich zerstören und viele Stuttgarter das Leben kosten wird. Weitere Großangriffe sollen in den nächsten Monaten folgen. Und am Ende wird es in der Traubenstraße im Stuttgarter Westen keine Bäckerei mehr geben.

Die Multimedia-Reportage über das Schicksal der Familie Wagner finden Sie hier: http://extra.stut­tgarter-zeitung.de/…e_stut­tgart/

Den Bericht des Zeitzeugen Wilfried Harthan können Sie hier lesen: http://von-zeit-zu-zeit.de/index­.php?…


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