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Studentenstadt Stuttgart

1800-2015

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Foto: Stadtarchiv Stuttgart
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Es gibt zwar andere Städte in Baden-Württemberg, von denen man eher als Studentenstadt sprechen würde, aber dennoch: auch Stuttgart ist natürlich eine, wenn auch nicht so alte, aber bedeutende mit verschiedensten Hochschulen.

Von Matthias Ring

Studentenstadt? Da kommt einem hier im Land eher Heidelberg oder Tübingen in den Sinn. Das liegt auch daran, dass dort das Verhältnis von Einwohnern und Studenten ein ganz anderes ist als in der Landeshauptstadt.

Anfänge auf der „Sklavenplantage“

Auch sind die Unis in Tübingen und Heidelberg älter – die Ruprecht-Karls-Universität ist mit dem Gründungsjahr 1386 sogar die älteste Deutschlands. In Stuttgart ging es erst im Jahr 1761 los mit der Académie des Arts, die wie so vieles von Herzog Carl Eugen angestoßen wurde. Dort sollten unter miltärischem Drill „die besten Köpfe des Landes“ studieren, aber einige davon wie etwa Friedrich Schiller oder Josef Anton Koch entzogen sich der „Sklavenplantage“. Wie auch immer: die Hochschule hatte im Laufe der Zeiten viele Namen (Königliche Kunstschule, Königliche Akademie der bildenden Künste) und Standorte und wurde nach dem Tod des Herzogs aus Kostengründen für einige Jahrzehnte sogar wieder geschlossen.

Nach den Zweiten Weltkrieg zog sie als Staatliche Akademie der bildenen Künste in die ehemalige Kunstgewerbeschule am Weissenhof. Theodor Heuss gab die Devise der „polaren sachlichen Spannungen“ aus, die einer doktrinär-einseitigen Ausrichtung entgegen wirken sollte. Mit Erfolg, und unter den Lehrkräften waren einige, deren Name heute noch in guter Erinnerung ist: Willi Baumeister etwa, der bis zu seinem Todesjahr 1955 in die Fußstapfen anderer herausragender Persönlichkeiten wie Oskar Schlemmer trat, die die Akademie schon zur Ausbildungsstätte von internationalem Rang gemacht hatten.

Schillers Anlagen in Hohenheim

Nur wenig jünger ist die Universität Hohenheim, die ebenfalls auf Herzog Carl Eugen zurückgeht und inzwischen kaum minder bedeutendend ist. 1780 als Gärtnerfachschule gegründet entstand unter König Wilhelm I. im Jahr 1818 eine landwirtschaftliche Unterrichts-, Versuchs- und Musteranstalt, die heute mit ihren knapp 10.000 Studenten besonders im Bereich Agrarwissenschaften einen weltweiten Ruf genießt. Auch hier taucht der Name Schiller auf, Johann Caspar, der Vater von Friedrich, der mit seiner Erfahrung als Obergärtner die Hohenheimer Anlagen prägte. Das Schloss, das nach dem Tode von Herzog Carl Eugen Jahre der Verwahrlosung und Ausplünderung erleben musste, ist mit dem Wachsen der Studentzahl längst zu klein und seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts um einige Hochschulbauten erweitert worden.

Univorläufer mit 57 Schüler in zwei Klassen

Die meisten Studenten – an die 23.000 – bevölkern den Campus der Universität Stuttgart, der in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts weitgehend von der Zentrumslage beim Hauptbahnhof nach Vaihingen verlagert worden ist. Ihre Geschichte geht auf das 1829 zurück, als die Königliche Real- und Gewerbeschule gegründet wurde – mit 57 Schülern in zwei Klassen. In den 1860er Jahren begann die eigentliche Blützeit mit deutlichem Ausbau und 1876 der Umbenennung als Technische Hochschule. Berühmte Persönlichkeiten, die nicht nur mit Bauwerken in Stuttgart ihre Spuren hinterlassen haben, sind vor allem auf dem Gebiet der Ingenieurswis­senschaften zu finden: Paul Bonatz (Hauptbahnhof), Fritz Leonhardt (Fernsehturm), Frei Otto (Dach des Münchner Olympiastadions) und Jörg Schlaich (Züblin-Haus und Membrandach des Gottlieb-Daimler-Stadions) etwa.

Seit September 2001 gibt es die Hochschule der Medien, die die ehemalige Hochschule für Druck und Medien und die Hochschule für Bibliotheks- und Informationswesen unter einem Dach bündelt. Als europaweit einzige deckt sie alle Medienbereiche von Druck bis Internet ab.


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