Die Geschichtswerkstatt von Stuttgarter Zeitung und Stadtarchiv
Startseite
Werden Sie Chronist
Themen
Orte
Zeiten
 

Schönes altes Stuttgart

1900-1925

Bilder zum Thema





Anmelden


Möchten Sie auch Bilder beitragen oder Ihre Erinnerungen zu einem Thema aufschreiben? Hier geben wir Ihnen alle Informationen, wie „Von Zeit zu Zeit“ funktioniert.



Zeitliche Einordnung


Bilder hinzufügen

Sie wollen eigene Bilder zu diesem Thema hochladen?
Sie wollen einen Zeitzeugenbericht zu diesem Thema schreiben?


Dieses Bild interessiert 11 Chronisten


Dieses Thema interessiert 14 Chronisten


Stuttgart im 21. Jahrhundert ist von Stadtautobahnen zerschnitten. Nach dem Krieg haben die Stadtplaner eindeutig die Weichen auf Autostadt Stuttgart gestellt und wie überall in der Republik viel in Beton gegossen. Natürlich gibt es auch heute noch beschauliche Ecken – umso mehr gab es diese aber zu Beginn des 20. Jahrhunderts, wie eine Bilderreihe aus dem Stadtarchiv zeigt.

Von Matthias Ring

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts hatte Stuttgart den Charakter einer eher beschaulichen Residenzstadt. Die Einwohnerzahl im Jahr 1846 belief sich gerade mal auf 50.003. Doch mit der Industrialisierung kam es in Stuttgart wie in vielen anderen Städten zu einem sprunghaften Anstieg, nicht zuletzt auch wegen des 1846 eröffneten Bahnhofs. So zählte man im Jahr 1900 schon 176.705 Einwohner.

Kein Wunder, dass sich in der Stadt der Baugrund und Wohnungen über die Maßen verteuert haben – die Bodenspekulation war ins Kraut geschossen, weswegen 1902 ein städtisches Wohnungsamt gegründet wurde. Wichtige Initiativen aber gingen auch von privater Seite aus, etwa von Eduard Pfeiffer und seinem Verein für das Wohl der arbeitenden Klassen, auf den der Bau der Arbeitersiedlung Ostheim (1891–1903) zurückgeht. Ebenso die Altstadtsanierung: als sie 1909 mit der Einweihung des Hans-im-Glück-Brunnens abgeschlossen war, wurde Pfeiffer das Ehrenbürgerrecht zuteil. Schon damals waren die Stadtplaner wenig zimperlich. So sind der Sanierung der Altstadt auch Häuser aus dem 14. Jahrhundert zum Opfer gefallen. Allerdings war es um die hygienischen Verhältnisse im besonders von Arbeitern bevorzugten Wohnbezirk schlecht bestellt.

Auch für die Kultur wurde viel gebaut

Die Einführung von Elektrizität als Licht- und Energiequelle machte den Bau von Kraftwerken erforderlich. 1900 nahm die Stadt eine Wasserkraftanlage in Marbach in Betrieb, 1909 das Dampfkraftwerk Münster. Schon 1907 wurde die erste Kläranlage errichtet. Auch bei den Kulturbauten hat sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts einiges getan, zumal 1902 das Hoftheater nach einer Aufführung der „Meistersinger“ völlig niederbrannte. 1912 wurde das von Max Littmann entworfene Große und Kleine Haus eröffnet. Ein Jahr darauf wurde unweit davon das Kunstgebäude am Schlossplatz eingeweiht und am 8. Mai mit einer großen Stuttgarter Kunstausstellung eröffnet. Schon 1911 wurde das Linden-Museum fertiggestellt, in dem die ethnographische Sammlung des Vereins für Handelsgeographie mit seinem langjährigen Vorsitzenden Karl Graf von Linden gezeigt wurde.

Die Stadt kommt zum Neckar

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts vergößerte sich die Stadt auch durch die Eingemeindungen von Gaisburg, Cannstatt, Untertürkheim, Wangen und Degerloch. Das hatte, mal abgesehen von Degerloch, auch durchaus strategische Gründe. So erklärte der Stuttgarter Bürgerausschus­sobmann Kraut schon 1901 bei der Eingemeindung Gaisburgs: „Stuttgart braucht ein größeres Wasser als den Nesenbach. Wenn der Neckar nicht zu ihm kam, so musste es zum Neckar kommen.“ Nur schade, dass Stuttgart heute zwar am Neckar liegt, aber dass es wegen der Industrialisierung immer noch mehr ein Arbeiten, statt eines Wohnens am Fluss ist.


Zeitzeugenberichte

Tatort Bismarckturm
Im Artikel zum Bild des Tages am 15.01.09 in der StZ steht geschrieben, dass „ er den Buckel jedoch höher und länger in Erinnerung hätte“. Zum Glück ist er das nicht! Vor allem nicht höher. Der Zau...

Kommentare

von Adrian Zielcke, am 09.09.2008 16:49 Uhr

Ist das nicht die Hauptstädterstraße? Statt der vermuteten Leonhardstraße?
Ein alter Stuttgarter



Stuttgarter Zeitung
 
 
von Zeit zu Zeit