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Zerstörtes Stuttgart

1942-1949

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Foto: Stadtarchiv Stuttgart
Auch an der Königstraße ist der Krieg alles andere als spurlos vorübergegangen. Die meisten prunkvollen Fassaden aus dem 19. Jahrhundert sind zerstört.

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Stuttgart nach dem Krieg ist eine Steinwüste. Bei 53 Fliegerangriffen sind 20.000 Spreng- und 1.300.000 Bran­dbomben abgeworfen worden. Mehr als die Hälfte der Gebäude sind zerstört oder beschädigt, andere Zahlen sprechen von fast 70 Prozent. Bilder aus dem Stadtarchiv dokumentieren das Ausmaß der Zerstörung an prominenten Gebäuden.

Von Matthias Ring

Zur Zeit der bedingungslosen Kapitulation leben in der Ruinenstadt noch 266.067 Menschen. Etwa 4500 Stuttgarter sind bei Bombenangriffen getötet worden. Fünf Millionen Kubikmeter Schutt bedecken die Stadt, von den 15 Neckarbrücken sind 13 zerstört. Der Kriegsschaden wird auf 11,5 Milliarden Mark gerechnet. Ein Drittel der 150.000 Wohnungen gibt es nicht mehr, ein weiteres Drittel ist beschädigt.

Noch bis weit in die 50er Jahre sind viele Gebäude in der Stadt eine Ruine, selbst das Neue Schloss, das im Herzen der Stadt steht. Als Endlagerstelle für den Schutt dient der Birkenkopf, auch Monte Scherbelino genannt. Zum Transport von Trümmern muss wegen fehlender Lastwagen nicht nur eine mit Dampf betriebene Trümmerbahn, sondern auch die Straßenbahn herhalten, die schon wenige Tage nach der Kapitulation teilweise wieder ihren Betrieb aufnimmt. Im Oktober 1953 schließlich geht die letzte LKW-Fuhre mit Schutt auf den Hügel.

Noch Jahrzehnte nach dem Krieg ist die Wohnungsnot in Stuttgart groß, hausen die Menschen zum Teil in notdürftigen Baracken, in Bunkern, in den sogenannten Katakomben und in der ersten Zeit sogar unter Brücken. Viele Evakuierte strömen schon 1945 heimlich in die Stadt zurück, in der wegen der starken Zerstörung Zuzugssperre herrscht. An der Durchgangsstation Untertürkheim, dem „Umschlagplatz deutschen Elends im Jahre 1945“, versucht das Rote Kreuz, den Strom von täglich bis zu 5000 Personen mit Essen zu versorgen.

Doch bei allem Elend in der Stunde Null darf man nicht vergessen: die Stadt war schon lange vor Kriegsende stark beschädigt wie auch das Bild vom Hauptbahnhof vom November 1942 zeigt. Die größten Schäden aber entstanden im Jahr 1944, als Stuttgart 25 Mal von bis zu 600 Flugzeugen angegriffen wurde. Allein in diesen Nächten starben 2750 Menschen in den Flammen und Trümmern.


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Kommentare

von Gusti Schäfer, am 28.07.2014 19:09 Uhr

Hochinteressant - Eine gute Zusammenstellung!

Wir alle müssen dafür sorgen, daß die Berichte von möglichst vielen Menschen gelesen werden.

WIEDER IST ÜBERALL IN DER WELT KRIEG. WIEDER STERBEN TAUSENDE
MENSCHEN EINEN GRAUSAMEN TOD, ODER VERLIEREN IHRE GESUNDHEIT, IHR HAB UND GUT.

IN MEINER ERINNERUNG STEIGEN GEDANKEN HOCH, AN JENE NACHT IM JULI, ÜBER DIE ICH WEDER SCHREIBEN NOCH SPRECHEN MAG.
VON HEUTE AUF MORGEN, WAR MEIN LEBEN TOTAL VERÄNDERT.
IM APRIL HATTEN WIR IN DER STIFTSKIRCHE ALS LETZTER JAHRGANG UNSERE KONFIRMATION GEFEIERT.



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