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Schwerstes Straßenbahnunglück nach dem Kriege am Olgaeck

Eingestellt von

Waltraud Beck
Waltraud Beck
am 02.09.2009

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Charlottenstraße Haltestelle Olgaeck, Stuttgart

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JPG, 492.2 kB
Dies ist der offizielle Zeitungsbericht dieses folgenschweren Unfalls. Im Vordergrund die beiden Wagen der Linie 10E , dahinter der Motorwagen der Linie 18, Auf den Schienen steht noch derAnhängerwagen der Linie 18
Diese Kopie des Zeitungsartikels wurde mir freundlicherweise von der Verwaltung des Archivs der Stuttgarter Feuerwehr, Jakobstraße, überreicht
 

Zeitzeugenbericht

Dieser Bericht des schwersten Straßenbahnunfalls nach dem Krieg stellt sich mir etwas anders dar. Ich war damals 8 Jahre alt, wohnte direkt am Olgaeck in der Olgastraße, ich erlebte den schweren Unfall leider mit eigenen Augen, werde dieses schreckliche Bild niemals vergessen..
Soweit mir noch bekannt ist, auch durch den Bericht der Tageszeitung damals, den ich vorliegen habe, fuhr die Linie 10 E "mit Anhänger" die Blumenstraße herab, sie ist beim Einbiegen in die Charlottenstraße durch die erhöhte Geschwindigkeit, die bis dato nicht vollständig geklärt werden konnte, auf die gerade anfahrende heraufkommende Linie 18, ebenfalls zwei Wagen, geprallt. Die beiden Wagenführer waren sofort tot, sie konnten deshalb nicht mehr befragt werden.. Drei Wagen zerbarsten regelrecht, der Anhängerwagen der Linie 18 blieb auf den Gleisen. Es existieren Bilder von diesem Unfall.
Rekonstruktion: Nach den polizeilichen Vernehmungen hatte der Straßenbahnzug der Linie 10E zunächst die Haltestelle Pfitzerstraße in langsamem Tempo überfahren. Ungefähr 30 bis 40 Meter nach der Haltestelle, gab es plötzlich einen scharfen Ruck, darauf erhöhte sich die Geschwindigkeit zusehends. An der Kurve Blumen-Charlottenstraße sprang der Zug dann aus den Gleisen und pralle auf den Motorwagen der Linie 18. Bei dem Unfall starben 12 Personen und 53 wurden verletzt.
Passanten und Soldaten der amerikanischen Armee kamen zu Hilfe, um die Verletzten und die Toten zu bergen.
Fest stand, lt. Polizeibericht, dass die Darstellung der Zeugenaussagen über den Verlauf des Unglücks, in vielen Dingen auseinander ging.

Dieses Bild interessiert 8 Chronisten



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Kommentare

von Karl Rathgeb, am 02.09.2011 04:10 Uhr

Vorne beim Fahrer im 10er mitgefahren, weil es ein blauer Pforzheimer Wagen war. Neugierde war gross. Nahe beim Einstieg gestanden und guckte herum. Auf einmal reisst mich jemand zur Seite und springt ab. Schon auf der geraden Strecke. Guckte wie er auf die Strasse aufgeschlagen hat. Als ich nach vorne schaute war nur noch die Strasse zum ueberqueren. Vom Aufprall selber habe ich keine Erinnerung. Bin oben auf dem Haufen Schrot gesessen als das Bewusstsein zurück kam. Ein amerikanischer Soldat hat mir herunter geholfen. Meine Kleider, Schuhe, Schultasche, mein Gesicht und Haende waren vom Glass zerschnitten. Mein linker Fuss war die falsche Richtung. Der Ami hat mich ins Bethesda geschleppt. Dort waren Verletzte im Gang abgestellt oder sind auf dem Boden rumgelegen. Besten Dank fur Ihren Post!!
http://www.von-zeit-zu-zeit.de/index.php?template=album&mediagroup_id=221S

von Karl Rathgeb, am 02.09.2011 04:15 Uhr

Seit 1980 suche ich info. Vorne beim Fahrer im 10er mitgefahren, weil es ein blauer Pforzheimer Wagen war. Neugierde war gross. Nahe beim Einstieg gestanden und guckte herum. Auf einmal reisst mich jemand zur Seite und springt ab. Schon auf der geraden Strecke. Guckte wie er auf die Strasse aufgeschlagen hat. Als ich nach vorne schaute war nur noch die Strasse zum ueberqueren. Vom Aufprall selber habe ich keine Erinnerung. Bin oben auf dem Haufen Schrot gesessen als das Bewusstsein zurück kam. Ein amerikanischer Soldat hat mir herunter geholfen. Meine Kleider, Schuhe, Schultasche, mein Gesicht und Haende waren vom Glass zerschnitten. Mein linker Fuss war die falsche Richtung. Der Ami hat mich ins Bethesda geschleppt.



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