Die Geschichtswerkstatt von Stuttgarter Zeitung und Stadtarchiv
Startseite
Werden Sie Chronist
Themen
Orte
Zeiten
 

Traurige Nachweispflicht

Eingestellt von

Margit Lechtenboerger

Zugeordnetes Thema

(nicht angegeben)



Anmelden


Möchten Sie auch Bilder beitragen oder Ihre Erinnerungen zu einem Thema aufschreiben? Hier geben wir Ihnen alle Informationen, wie „Von Zeit zu Zeit“ funktioniert.


Ort

Hauffstraße 8, Stuttgart

Dieses Bild ist folgendem Album zugewiesen:

Quelle: Margit Lechtenbörger
Der Ahnenpass wurde von 1933 an vom „Reichsverband der Standesbeamten Deutschlands“ herausgegeben; er diente dem Nachweis der „arischen Abstammung“, der "Blutreinheit" seiner Inhaber. Margit Lechtenbörger hat im Nachlass ihres Vaters Karl Otto Riehle, dem Buchhändler, so einen Pass gefunden. Der Stammbaum der Familie kann in dem Dokument bis ins Jahr 1696 zurück verfolgt werden.
I
Der Nachweis der „arischen Abstammung“ bis zu den Großeltern war im Nationalsozialismus durch verschiedene Gesetze (Nürnberger Gesetze, Berufsbeamtengesetz, später auch Deutsches Beamtengesetz) vorgeschrieben.
Dem Ahnenpaß lag die Vorstellung der Zugehörigkeit zu einem "Volk" qua Genealogie statt aufgrund von kulturellen Merkmalen zugrunde. Seine Erfinder imaginierten ein "deutsches Volk" als "Blutsgemeinschaft" und als Kollektiv von Menschen mit angeboren gemeinsamen Persönlichkeitsmerkmalen. Um innerhalb der Bevölkerung nach rassistischen Kriterien die Angehörigen der "deutschen Volksgemeinschaft" von den rassisch unerwünschten Minderheiten wie Juden, Roma und Sinti trennen und die einen privilegieren und die anderen aussondern zu können, bedurfte es administrativer Instrumente. Ein solches Instrument war der Ahnenpass.

Dieser Pass enthielt Vordrucke zur Bescheinigung von Geburt, Taufe, Heirat und Tod des Inhabers und seiner Vorfahren bis zur 4. Generation nach Vorlage entsprechender Urkunden.

Zwar war der Besitz eines Ahnenpasses nicht ausdrücklich gefordert, er wurde aber doch jedermann - so auch Nicht-"Ariern" – nahegelegt. Ihn zu erstellen, war aufwändig, weil Angaben nur aufgrund von Originalurkunden oder beglaubigten Abschriften anerkannt wurden.

 

Dieses Bild interessiert einen Chronisten



Zeitliche Einordnung

(nicht angegeben)


Kommentare

(Noch keine Einträge vorhanden)



Stuttgarter Zeitung
 
 
von Zeit zu Zeit