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Straßenbahnunglück am Marienplatz 1975:

Eingestellt von

Dorothee Kaufmann
Dorothee Kaufmann
am 12.05.2009



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Ort

marienplatz, 70178 Stuttgart

Dieser Bericht ist folgendem Album zugewiesen:


Zeitzeugenbericht

Damals gab es die unterirdische Straßenbahn noch nicht so lange und dann passierte ein schweres Unglück, als die Straßenbahn die Haltestelle Marienplatz verlassen hat. Ich kann mich noch gut an die Berichte erinnern, auch in der Zeitung mit den großen Buchstaben. Die Sensationsberichterstattung von heute gab es damals zum Glück noch nicht. Es kam allenfalls ein kurzer Bericht in der Abendschau vom SDR, das war die Vorgängerin der heutigen Landesschau.

Eine Schulfreundin von mir wohnte in der Nähe und wir sind oft dort eingestiegen an der Haltestelle Marienplatz, wie wir die ersten Male nach dem Unglück dort wieder gefahren sind war uns ganz mulmig zu Mute und wir dachten immer an die Toten und Verletzen und waren sehr froh, als wir wieder "zu Tage" gekommen sind.

Man beachte, das unterirdische Straßenbahnnetz war damals erst 5 km lang!

Anbei ein Bericht, den ich von der dpa, noch bei google gefunden habe:

Eigener Bericht - dpa

Stuttgart, 15. August

Das schwerste Straßenbahnunglück in Stuttgart nach dem zweiten Weltkrieg hat am Donnerstagabend mindestens sechs Menschenleben gefordert. Wie die Polizei kurz nach Mitternacht mitteilte, starben drei Fahrgäste direkt am Unfallort und drei auf dem Weg ins Krankenhaus. Mindestens 20 Personen, von denen einige in Lebensgefahr schweben, wurden verletzt.
In der Zentrale der Stuttgarter Straßenbahn am Bildschirm der Streckenüberwachung stockte den Männern der Atem: Sekunden nach einer Unfallmeldung hatten sie am Donnerstagabend gegen 22.15 Uhr das Bild der Unfallstelle vor Augen.
Ein Einzelwagen der Linie eins war stadtauswärts durch die engste Kurve des fünf Kilometer langen Netzes der Stuttgarter Untergrundstrecken gerast, auf die gegenüberliegende Tunnelwand geprallt und 20 Meter weit seitlich in die U-Bahn-Haltestelle Marienplatz geschleudert worden. Auf diesem Streckenabschnitt ist nur "Tempo 25" zulässig.
Kaum einem der 25 bis 30 Fahrgäste gelang es, sich aus eigener Kraft aus dem umgestürzten 20 Tonnen schweren Straßenbahnwrack zu retten. Nur der Fahrer und zwei Leichtverletzte konnten Aussagen machen. Der Fahrer, ein erfahrener, seit 1956 im Fahrdienst beschäftigter Straßenbahner, sprach von einem "totalen Bremsversagen".
Inzwischen brachten die Hilfskräfte die Verletzten in die Krankenwagen und bargen die Leichen. Drei Fahrgäste waren bei dem Unglück sofort getötet worden, eine Ausländerin und ein Mann, dem die Wucht des Aufpralls den Schädel zertrümmert hatte. Drei Schwerverletzte starben trotz sofortiger Bluttransfusionen auf dem Transport ins Krankenhaus oder in der Klinik.
Polizei und Staatsanwaltschaft bemühten sich noch während der Bergungsarbeiten, Anhaltspunkte für die Unfallursache zu gewinnen. Dabei wurde auch der Fahrtenschreiber sichergestellt.

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