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Statistiken aus dem Jahr 1902 bis 1905 (Fortsetzung und wird fortgesetzt)

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am 15.01.2009

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Stuttgart



Zeitzeugenbericht

Wohnungsbau

Die Bautätigkeit hat mit der wachsenden Bevölkerung durchschnittlich eben Schritt gehalten und ist ihr nur in den letzten Jahren des letzten Dezenniums um ein Weniges vorausgeeilt, hat aber unter dem Eindruck der wirtschaftlichen Störungen der letzten 2 Jahre merklich abgeflaut. Was z. B. die Erstellung von Wohngelegenheiten betrifft, so wurden 1902 873 ½ Wohnstockwerke erstellt gegen 1031 ½ im Jahre 1897 und 936 im Jahre 1900, immerhin noch ein beträchtliches Vielfaches gegen die 238, 253, 303 der Jahre 1882-84. Bemerkenswert ist dabei, daß die Bautätigkeit in den letzten Jahren sich in verstärktem Maße der Erstellung von Wohnungen für die minder bemittelten Volksschichten, sog. Kleinwohnungen, zugewandt hat. Thypisch dafür ist zunächst Ostheim, welches jetzt ca. 8000 Menschen beherbergt, sowie das Eisenbahndorf auf der Prag, neuestens Südheim und Westheim.
Auch die Stadtgemeinde hat mit dem Bau von Arbeiterwohnhäusern begonnen. Im ganzen sind in Stuttgart an solchen Kleinwohnungen 1892 bis 1902 rund 2000 erstellt worden (darunter 840 zweizimmrige und 1004 dreizimmrige) in zus. 470 Gebäuden mit 1430 Wohnstockwerken. Die industrielle Bautätigkeit ist infolge der Abwanderung vieler großer Betriebe nicht so bedeutend gewesen, als man nach der Zunahme der Seelenzahl vermuten sollte. Auch hier hat die Depression der letzten Jahre noch besonders hemmend gewirkt.

Eheschließungen

Die Eheschließungen, die Anfang der 70er-Jahre des vorigen Jahrhunderts mitunter 11 und 12 pro Mille der Bevölkerung überstiegen hatten und dann bis Mitte der 80er Jahre langsam auf 6,3 0/00 gefallen waren, haben sich seither wieder langsam vermehrt und sind seit 5 Jahren nicht mehr unter 9 0/00 gesunken (1897 und 98 8,9 0/00, 1899 9,5 0/00, 1900 9,2 0/00, 1901 9,4 0/00, 1902 9,3 0/00), zehnjähriger Durchschnitt 1890-99 9,2 0/00.
Der zehnjährige Landesdurchschnitt 1890-99 betrug 7,3 0/00, der von 1900 7,9 0/00. Stuttgart bildet damit gegen viele Großstädte, bei denen diese Ziffern in den letzten Jahren eine ständige Minderung erfahren haben, eine Ausnahme. In bezug auf Ehescheidungen stand es 1900 mit 2,9 % der geschlossenen Ehen unter 33 Großstädten an 15. Stelle (14 hatten geringere Ziffern).
Die Zahl der Geburten hat sich wohl absolut vermehrt, aber weder mit der steigenden Zahl der Eheschließungen noch mit der wachsenden Bevölkerung Schritt gehalten.
Bezüglich der unehelichen Geburten weist Stuttgart immer hohe Prozentsätze auf, so z. B. 1900 890 = 16,9 % aller Geburten, 1901 872 = 15,3 %, 1902 830 = 14,5 % (10jähr. Landesdurchschnitt 1890-99 10,3 %, 1902 9,8 %).

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